Ein guter Vorgesetzter ist nur, wer gut zuhören kann

Werden Sie als Verkaufsleiter ein guter Zuhörer

Sie können Ihrem Verkäufer kein größeres Kompliment machen, als ihm konzentriert zuzuhören. Das erfordert zunächst Selbstdisziplin und menschliche Reife. Wie bei dem Verkäufer, der in die heutige Zeit passen muss, ist auch die Fähigkeit zuzuhören für den Verkaufsleiter noch wichtiger als seine rhetorischen Künste. Gut und konzentriert zuhören bedeutet für jeden Kommunikationspartner Respekt und Wertschätzung seiner Person.

Weil im beruflichen Alltag das Zuhören meist zu kurz kommt, weil alle im Zeitdruck agieren und primär mit sich selbst beschäftigt sind, fällt ein guter Zuhörer positiv auf. Denn die meisten Manager glauben nur, dass sie gute Zuhörer sind. Sie verwechseln Zuhören mit hinhören. In der Alltagswirklichkeit reden sie lieber, als ihren Mitarbeitern intensiv zuzuhören. Ihre Ungeduld steht im Wege.

Erfahrungsgemäß geht das letzte Drittel einer Botschaft verloren, weil die meisten Zuhörer bereits nach der Aufnahme der ersten zwei Drittel glauben, 100% verstanden zu haben. Danach sind sie vorrangig mit der Formulierung ihrer Antwort beschäftigt und hören nur noch oberflächlich zu (oder tun so).

Auf diese 8 Punkte achten Sie als guter Zuhörer:

  1. Bauen Sie den Blickkontakt während des Gesprächs auf und schweifen Sie mit Ihren Augen nicht ab. Schauen Sie den anderen moderat und freundlich in die Augen (nicht fixierend).
  2. Spielen Sie nicht mit Gegenständen herum (Stift), sondern halten Sie Ihre Hände offen. Das wirkt aufmerksamer.
  3. Vermeiden Sie auf die Uhr zu sehen, während der andere spricht. Er könnte es als Zeichen von Ungeduld und Desinteresse auffassen.
  4. Machen Sie sich Notizen. Damit dokumentieren Sie Aufmerksamkeit und Sie können später gezielt auf bestimmte Aussagen eingehen.
  5. Keine Telefongespräche annehmen, während der andere Ihnen etwas mitteilt, was ihn bewegt.
  6. Keine Störungen zulassen! Die zwanghafte Reaktion auf jede Lautäußerung des Handy ist unprofessionell und infantil!
  7. Ausreden lassen! Fallen Sie Ihrem Mitarbeiter nicht ins Wort, auch wenn seine Formulierungen langatmig sind. Erliegen Sie auch nicht der Versuchung, seine Sätze zu Ende zu formulieren. Das wirkt bevormundend.
  8. Reflektieren Sie von Zeit zu Zeit das Gesagte und fragen Sie den anderen, ob Sie es genau so verstanden haben, wie er es gemeint hat (Aktives Zuhören): „Wenn ich Sie richtig verstanden habe, sind Sie der Ansicht, dass …..?“. Denn oft meint man als Zuhörer nur, den anderen verstanden zu haben und hat entscheidende Details verpasst.

Literatur

Sie können noch besser zuhören

Nichts schätzt der Mensch höher, als einen guten Zuhörer

5 gute Gründe für das gute Zuhören

  1. Ihr Einfühlungsvermögen wird trainiert. Intensiv zuhören bedeutet, mit dem Redner mitzudenken. Dadurch gewöhnen Sie sich mit der Zeit an, sich intensiver in den anderen hineinzudenken. Sie lernen die unterschiedlichsten Typen besser zu verstehen und können besser mit ihnen umgehen.
  2. Sie erfahren mehr als die anderen. Durch gutes Zuhören erhalten sie nicht nur mehr Informationen, sondern erweitern ganz nebenbei auch Ihren Horizont. Dadurch wird Ihr Handeln zielgenauer und effektiver. Sie reagieren schneller und von einer fundierteren Wissensbasis aus.
  3. Sie heben sich positiv ab. Als guter Zuhörer bleiben Sie dem Kunden positiv und länger im Gedächtnis. Das kommt daher, weil es so wenige gute Zuhörer im Vertrieb gibt. Als von Natur aus kommunikatives Wesen, lernen die Menschen  leichter die Kunst des Redens, als die Kunst des Zuhörens.
  4. Sie lernen Ihren Kunden besser kennen. Der gute Zuhörer hört nicht nur das gesprochen Wort, sondern auch das Unausgesprochene, das Mitgedachte. Das Verständlichste an der Sprache ist nicht das Wort selbst, sondern Ton, Stärke, Modulation, Tempo, mit dem eine Reihe von Worten gesprochen wird (Nietzsche).
  5. Sie tappen nicht in die Falle. Die Gefahr: Als Zuhörer glauben Sie nach 70% des Gehörten schon zu wissen, was der andere meint und schalten ab. Dadurch entgehen Ihnen wesentliche Informationen. Doch nur wenn Sie geduldig zuhören, fühlt sich der andere auch verpflichtet, Ihre Worte ernst zu nehmen

So werden Sie garantiert missverstanden

So werden Sie am schnellsten missverstanden:

  • Schauen Sie beim Sprechen an die Decke oder auf den Boden.
  • Beginnen Sie jeden Satz mit: „Ich denke, ….“.
  • Verwenden Sie bevorzugt Konjunktive und Weichmacher wie: „würde, könnte, eventuell, gegebenenfalls, vielleicht, eigentlich“.
  • Jeder Satz lässt sich mit Angliszismen , Fachchinesisch und Fremdwörter aufmotzen, das macht Eindruck.
  • Sprechen Sie immer schnell, vermeiden Sie Punkt und Komma und achten Sie darauf, die Stimme und das Tempo immer auf dem gleichen Level zu halten.
  • Stellen Sie keine Fragen. Das überflüssige Zuhören lenkt Sie von von den Gedanken über sich selbst ab und stört dann nur Ihren Redefluss.