Persönlichkeitsentwicklung: Ein lebenslanger Prozess

Wie Sie Ihre Persönlichkeit noch weiter entwickeln

Überzeugende Persönlichkeiten sind immer erfolgreicher als andere Menschen. Überzeugende Persönlichkeiten beeindrucken uns. Was sind die Gründe dafür? Besitzen sie das größere Wissen oder Können? Nicht unbedingt. Aber sie verstehen es auf vielfältige Weise, auf andere Menschen überzeugender zu wirken. Wie machen die das? Was kann man von ihnen lernen? Wir können sehr wohl von starken Persönlichkeiten lernen. So wie wir überhaupt sehr viele Fähigkeiten erlernen können, von denen wir glauben, sie wären angeboren.

Natürlich sind viele Persönlichkeitseigenschaften zum Teil genetisch bedingt. Wie hoch dieser Anteil ist, wird von den vielen Experten unterschiedlich beurteilt. Die Theorien gehen bis zu 65% genetisch bedingt. In der Vergangenheit herrschte auch die Theorie vor, mit dem 30. Lebensjahr sei die Persönlichkeit abgeschlossen. Die ist heute widerlegt. Denn bis in das hohe Alter verändern sich einige Persönlichkeitseigenschaften. Beispielsweise nimmt im Alter die Offenheit ab, aber dafür die Gewissenhaftigkeit zu. Sicher ist, es bleibt noch ein großer Bereich in der Persönlichkeitsentwicklung, für den nur wir alleine verantwortlich sind.

Ob Sie von Ihrem Umfeld als engagiert, sorgfältig oder mitfühlend beurteilt werden, ist also zum Teil genetisch verursacht. Es ist aber auch das Ergebnis des Lernprozesses, für den Sie zum großen Teil selbst zuständig sind. Es sind also nicht nur unsere erbliche Veranlagung und die Einflüsse unserer Umwelt, die unsere Persönlichkeit formen. Gott sei Dank!

Starke Persönlichkeiten haben oft ein stabiles Selbstwertgefühl. Sie kennen ihre Stärken und stehen zu ihren Schwächen. Sie nehmen sich an und sehen sich als ein einzigartiges Individuum. Darum: Gehen Sie mutig Ihren eigenen Weg. Bleiben Sie immer echt und authentisch, auch wenn Sie Ihre Schwächen kennen. Denn in Ihnen stecken noch genügende, oft auch unentdeckte Stärken.

Ihre persönliche Weiterentwicklung nutzt nicht nur Ihrer beruflichen Laufbahn. Sie bringt Ihnen auch ordentlichen Nutzen im Privatleben. Zum Beispiel profitieren Sie bei Ihrer Persönlichkeitsentwicklung durch eine größere mentale Stärke und eine höhere Lebenszufriedenheit.

Einige gut umsetzbare Tipps zur Persönlichkeitsentwicklung

  1. Wenn Sie authentisch wirken wollen, kopieren Sie nicht andere, spielen Sie Ihrer Umwelt keine Rolle vor. Das kostet nur unnötige Energie und es nimmt Ihnen doch keiner wirklich ab!
  2. Stehen Sie zu Ihren Schwächen und vertrauen Sie darauf, dass Sie als Unikat genug Anziehendes haben, um von Ihrem Umfeld geschätzt zu werden.Treten Sie immer sicher und kompetent auf, auch wenn Sie sich unsicher fühlen.
  3. Verkaufen Sie sich nie unter Wert. Denn wer wenig fordert, bekommt noch weniger! Sie sind alles, was Sie haben!
  4. Stehen Sie sich selbst positiv gegenüber. Stellen Sie fest, was Sie gegenwärtig ausmacht. Was können Sie besonders gut, was möchten Sie noch besser können?
  5. Nehmen Sie Ihre Fähigkeiten bewusst wahr, egal ob es viele oder nur einige sind.
  6. Akzeptieren Sie Ihre Schwächen und arbeiten daran, damit diese Schwächen in einem akzeptablen Rahmen bleiben. Aber erinnern Sie sich immer an Ihre Stärken. Sie haben mehr Stärken, als Ihnen bewusst ist! Diese Stärken bewusst einzusetzen ist das Erfolgsgeheimnis, um mehr zu erreichen.
  7. Reden Sie positiv mit sich selbst! Bestrafen Sie sich selbst nicht mit negativen Äußerungen wie: Das schaffe ich nicht. Ich bin mal wieder ungeschickt. Ich bin zu schwach. Andere sind besser als ich. Das ist für mich zu schwer.

Woran erkennen wir eine starke Persönlichkeit?

Hier gibt es in der Wissenschaft unterschiedliche Modelle. Nach der Big-Five Theorie basiert unsere Persönlichkeit auf 5 Eigenschaften: In der Big-Five Theorie ist jede dieser Eigenschaften in einem Menschen vorhanden. Entscheidend ist die unterschiedliche Ausprägung. Der eine Mensch kann sehr offen sein. Ein anderer ist nur bedingt offen und neigt mehr zur Verschlossenheit. Bei Big-Five gibt es Testverfahren, in denen der Grad einer Eigenschaft gemessen werden kann. Diese Tests sind heute bei Personalverantwortlichen akzeptiert. Natürlich gibt es aber auch genügend kritische Stimmen, die anführen, dass die Persönlichkeit eines Menschen zu vielschichtig ist. Sie kann deshalb nur schwer gemessen werden.

Die Big-Five sind:

Offenheit,

Gewissenhaftigkeit,

Extroversion,

Verträglichkeit und

Neurotizismus

 

Für Prof. Dr. Martin Seligman sind die prägenden Persönlichkeitseigenschaften:

Positives Gefühl

Engagement

Sinn

Selbstachtung

Resilienz

Positive Beziehung

Seligman propagiert sehr eindeutig die Botschaft, sich auf seine Stärken zu konzentrieren. Denn dann gelingt uns mehr, als wenn wir an unseren Schwächen arbeiten. Das Positive Gefühl steht bei Seligman an erster Stelle, weil durch die positive Stimmung unsere Aufmerksamkeitsspanne breiter wird und wir kreativer und ganzheitlicher denken. Dagegen greifen wir bei einer negativen Stimmung oft auf uns bereits bekannte Fakten zurück. Das bremst unsere Kreativität aus. Wir werden in einer negativen Stimmung auch für andere lenkbarer. Das ist nicht nur zu unserem Vorteil!

Nach Seligman sind heute die zufriedensten Menschen die, die eine stabile positive Einstellung haben, sich stark für eine Sache engagieren und einen Sinn im Leben verfolgen.

So nutzt uns die Resilienz im Alltag

Das macht uns stabiler gegenüber Krisen und Herausforderungen: Resilienz

Was beobachten wir an resilienten Menschen?

Resiliente Menschen arbeiten aktiv an ihrem Selbstbewusstsein. Ihnen ist klar, dass gerade das Selbstwertgefühl im täglichen Berufsalltag immer wieder angegriffen wird. Darum kümmern sich resiliente Menschen eigeninitiativ darum, ihr Sebstwertgefühl immer wieder neu positiv zu justieren. Denn sie wissen: Von selbst passiert da gar nichts! Mit der Ausnahme, dass negative Gefühle oft ohne unser Zutun entstehen und unser Selbstwertgefühl vergiften.

Um unser Selbstwertgefühl zu stabilisieren, ist es notwendig, uns immer wieder an unsere Erfolge zu erinnern und an die Ziele, die wir im Laufe unseres Lebens schon erreicht haben. Die Kraft, die uns das gibt, brauchen wir, um künftige Herausforderungen mutig anzugehen. Denn das stabile Selbstwertgefühl verleiht uns die Überzeugung, dass wir sehr wohl in der Lage sind, uns in jeder Situation aus eigener Kraft zu helfen.

Was genau ist nun die Rsilienz?

Resilienz ist die innere Widerstandskraft eines Menschen gegenüber Krisen, Konflikten und Herausforderungen. Resiliente Menschen halten nicht nur Belastungen aus, sonder sind auch fähig, Krisen und Rückschläge als Ansporn für ihre Weiterentwicklung zu akzeptieren. Resiliente Menschen werden nicht so geboren. Sie entwickelt sich durch eigene Bemühungen im Laufe des Lebens. Sie wissen, dass primär sie selbst für ihre Entwicklung verantwortlich sind.

Können wir unsere Emotionen selbst steuern?

Das können wir lernen! Aber das beudeutet nicht, dass wir unsere Emotionen unterdrücken! Denn wir könnten unsere Emotionen recht gut für positive Aspekte nutzen. Statt etwas nur als Stress oder als Schwierigkeit zu empfinden, könnten wir es auch als Herausforderung annehmen. Als die Chance, uns wieder ein Stück weiter zu entwickeln. Resiliente Menschen sind recht gut in der Lage, ihre Gefühlswelt zu ergründen und für positive Ergebnisse einzusetzen. Sie sparen sich den Stress, sich auszumalen, was alles bei einer herausfordernden Aufgabe schief gehen kann. Denn sie wissen, dass genau dieser Stress krank macht.

Alte Trampelpfade und alltägliche Routine stehen uns in unserer Weiterentwicklung sehr oft im Wege. Überprüfen wir doch mal von Zeit zu Zeit alte Gewohnheiten und entscheiden, von welchen wir uns verabschieden wollen. Denken wir immer wieder darüber nach, welche Alternativen und neue Lösungen uns weiterbrinbgen könnten.

«Die Kunst ist, einmal mehr aufzustehen, als man umgeworfen wird.» Winston Churchill

Resiliente Menschen sind überzeugt, dass sich die Dinge immer zum Positiven entwickeln

Mal gelingt das schnell, mal braucht man viel Geduld. Mit dieser Einstellung werden wir immer widerstandsfähiger gegen kommende Krisen und Missgeschicke. Resilienten Menschen gelingt auch nicht alles, aber sie denken kostruktiver darüber. Sie wissen, wenn ein Problem nicht lösbar erscheint, dann geben sie nicht auf. Wenn die praktizierte Problemlösung auf diesem Weg nicht funktioniert, dann könnte sie auf andere Weise funktionieren. Sie sind überzeugt: Irgendwann klappt es doch noch!

Negative Ereignisse dürfen wir ruhig akzeptieren. Wir dürfen uns auch tüchtig darüber ärgern. Wir dürfen unsere Trauer ausleben. Aber wir fallen nicht in eine Opferstarre und geben uns hilflos den Gegebenheiten hin.

Jede Krise ist in den allermeisten Fällen eine zeitlich begrenzte Situation. Das wissen resiliente Menschen. Darum sind sie überzeugt, dass sie ihr Leben aus eigener Kraft meistern können (Selbstwirksamkeitserwartung).