Gute und profitable Kundenbeziehung

Buch: Profitables After-Sale-Business

Leseprobe

Der hart umkämpfte Markt

In vielen Marktsegmenten tummeln sich heute so viele Anbieter, dass es für den Kunden schwierig ist, aus der Fülle der Möglichkeiten, den passenden Lieferanten auszusuchen. Neukundengewinne gehen meist zu Lasten des Wettbewerbs, da ein starkes Wachstum in den meisten Branchen nicht mehr so leicht möglich ist. Die Zukunft verspricht eher eine Verstärkung dieser Situation, als eine Entspannung. Darauf müssen Unternehmen in ihrer Vermarktungsstrategie vorbereitet sein, denn die nächsten Jahre werden härter!

Die Wichtigkeit einer guten Kundenbindung für den Lieferanten erkennt man daran, dass es bis zu 6 mal kostenintensiver ist, einen neuen Kunden zu gewinnen, als einen bestehenden zu halten.

Das Ziel eines gutgeführten Unternehmens ist es also, seine Marktaktivitäten so abzustimmen, dass das Verhalten seiner Kunden ihm gegenüber dauerhaft positiv gestaltet wird. Darüber hinaus soll auch das beabsichtigte zukünftige Verhalten des Kunden positiv beeinflusst werden, damit die Kundenbeziehung auch in den Folgejahren stabil und verlässlich bleibt.

Sehen wir uns an, was beispielsweise Einkäufer in der Beziehung zum Lieferanten schätzen:

  1. Eine dauerhafte und partnerschaftliche Beziehung zum Lieferanten.

  2. Eine einfache und zeitsparende Abwicklung im administrativen und logistischen Bereich. Denn das spart im Tagesgeschäft Zeit und Geld.

  3. Schnelle und unkomplizierte Hilfe bei unerwarteten Problemen (Wochenendeinsatz).

  4. Einen festen, erreichbaren, zuverlässigen und glaubwürdigen Ansprechpartner. Auch die Chemie muss stimmen.

  5. Ein ausgewogenes Preis-Leistungs-Verhältnis.

Es ist interessanterweise nicht der Preis, der an erster Stelle genannt wurde, obwohl das viele Anbieter immer wieder behaupten.

Um dieses anspruchsvolle Ziel zu erreichen, müssen alle den Kunden betreffenden Maßnahmen und Verhaltensweisen der Mitarbeiter analysiert, gemessen und bewertet werden, ob sie denn auch wirklich im Sinne der kontinuierlichen Kundenbindung wirksam sind. Das ist eine der wichtigsten Aufgaben des After-Sales-Business.

Unterschiedliche Arten der Kundenbindung

Es gibt Kundenbindungen, die auf rationalen Fakten basieren und nicht unbedingt von der Kundenfreundlichkeit des Lieferanten alleine abhängen. Manchmal ist der Kunde technologisch an einen Anbieter so gebunden, dass ein Wechsel aus wirtschaftlicher und produktpolitischer Sicht riskant und damit kaum vertretbar ist. Es können auch Faktoren sein, wie der verkehrsgünstige Standort des Lieferanten im Vergleich zu seinen Wettbewerbern, der schnelle und flexible Reaktionszeiten ermöglicht oder eine langjährige vertragliche Bindung.

Die für die Kundenbindung entscheidendsten Kriterien sind jedoch die subjektiv empfundene Zufriedenheit mit dem Produkt, dem Lieferanten und die Qualität der emotionalen Kundenbeziehung.

Dazu gehört die Art und Weise:

  • wie glaubwürdig der Vertrieb in der Pre- und Postsalesphase mit dem Kunden umgeht und auf dessen Bedürfnisse eingeht,

  • ob die Aufmerksamkeit der Verkäufer, ihr Engagement nach der Installation auch so gut sind, wie vor der Auftragsvergabe,

  • wie die Aussagen des Vertriebs mit den Aussagen des technischen Services und des Innendienstes miteinander harmonieren,

  • wie kompetent, verlässlich und schnell der technische Service funktioniert,

  • wie die Wellenlänge des Kunden zu den Mitarbeitern des Lieferanten ist,

  • wie kundenorientiert, höflich und verständlich der Innendienst mit dem Kunden kommuniziert, wie erreichbar er für den Kunden ist,

  • oder wie der Lieferant insgesamt mit seinem Angebot und seinem Support dem Kunden die Arbeit erleichtert und ihm dadurch wertvolle Arbeitszeit spart.

Die vielschichtigen Faktoren

Kundenbindung ist in der realen Arbeitsalltag leider nicht so eindeutig zu messen und beeinflussen, wie es Wirtschafttheoretiker gerne mit ihren unterschiedlichsten Modellen suggerieren. Vieles spielt sich auf dem emotionalen Sektor ab und wird nicht bewusst wahrgenommen. Fakt ist jedenfalls: Zufriedene Kunden werden seltener den Lieferanten wechseln. Allerdings ist Zufriedenheit nur ein Mosaikstein für die Kundenbindung. Denn die Praxis zeigt, dass auch zufriedene Kunden trotzdem zum Wettbewerber wechseln. Also sind noch andere Faktoren wirksam.

Ein Faktor für die Kundenbindung ist die innere Beteiligung des Kunden (Involvement) bei der Lieferantentreue. Ein Kunde eines Investitionsgüterherstellers hat in der Regel ein höheres Involvement gegenüber seinem Lieferanten, resultierend auch aus der höheren Komplexität des Produktes, der umfangreicheren Projektabwicklungsprozeduren und der dadurch intensiveren Kommunikation. Bei einem technischen oder administrativen Problem wird dieser Kunde nicht so leicht zum Wettbewerber wechseln, sondern seinem Lieferanten die Chance geben, das Problem zu lösen.

Ein weiterer Faktor ist die Attraktivität der Alternativen im Markt. Ist die Attraktivität der angebotenen Marken überschaubar (Maschinenbau), gibt es für den Kunden weniger Anreize, den Lieferanten zu wechseln. Aber die Attraktivität der Produkte nimmt in allen Märkten zu. Das im Markt der Autoindustrie gut zu beobachten. Obwohl Kunden mit ihrer Marke zufrieden sind, wechseln sie zu anderen Anbietern, weil die Attraktivität der Auswahl sehr hoch und damit verlockend ist.

Bei aller Kundenzufriedenheit ist es auch so, dass sich der Mensch sehr schnell daran gewöhnt, zufriedenheit als Selbstverständlichkeit ansieht und seine Erwartungshaltung immer mehr steigert. Unternehmen, die nicht nur zufriedene Kunden haben wollen, sondern begeisterte, stellen fest, dass diese Bemühungen ins Endlose führen, weil die Kunden immer mehr erwarten.

Auf der anderen Seite bleiben Kunden dem Lieferanten treu, nur weil es für sie bequemer ist und sie sich in ihren Gewohnheiten nicht umstellen müssen.

Was lernen wir daraus?

Der Kunde wird in seinem Kaufverhalten stärker von emotionalen Antrieben gesteuert, wie das Bedürfnis nach Sicherheit, Anerkennung, eingefahrene Gewohnheiten und Bequemlichkeit, als von seiner Ratio.

Deswegen werden bei allen noch so durchdachten und exakt geplanten Kundenbindungsaktivitäten Dinge passieren, die rational nicht nachvollziehbar sind. Damit müssen wir leben.

Verhandeln wie ein Profi

Wie ein Profi verhandeln

Leseprobe

Wie nützlich ist eine gute Verhandlungstechnik?

Es geht nicht ohne! Ihr ganzes Leben lang müssen Sie Verhandlungen führen. Sei es im Beruf als Manager, ob Sie Kunde sind oder Verkäufer. Sei es im Privatleben als Konsument, mit Ihrer Frau oder mit Ihren Kindern, die wieder eine Aufstockung des Taschengeldes einfordern.

Obwohl es ungewöhnlich klingt, aber allzu groß ist der Unterschied zwischen einer geschäftlichen und einer privaten Verhandlung nicht. Beide werden von bestimmten Gesetzmäßigkeiten gesteuert. Deshalb hilft Ihnen die Kenntnis über eine erfolgreiche Verhandlungsführung in allen Lebenslagen. Für viele beruflichen Positionen wird die Fähigkeit, gut zu verhandeln, als eine Schlüsselkompetenz betrachtet.

Gute Verhandler sind im Beruf erfolgreicher und angesehener.

Es lohnt sich also, sich auf diesem Gebiet fit zu machen

In diesem Buch erfahren Sie, wie Sie im Ton moderat, aber in der Sache konsequent Ihre Ziele durchbringen. Sie lernen, dass es unterschiedlichere Wege als allgemein bekannt ist gibt, um ein günstiges Verhandlungsergebnis zu erreichen. Sie lernen, mit harten Gegnern umzugehen und unfaire Verhandlungstricks erfolgreich zu kontern. Und Sie lernen, wie Sie positiv auf die emotionale Situation einer Verhandlung einwirken können. Denn nur in einer konstruktiven Verhandlungssituation, in der sich die Beteiligten wohl und respektiert fühlen, lassen sich die für die Praxis optimalen Ergebnisse realisieren.

Ergebnisorientierte Verhandlungstechnik

Sie lernen aber auch, Ihre Emotionen in einer hitzigen Verhandlung noch besser zu beherrschen, damit Sie nicht wegen Sieg- und Niederlagenspielchen, oder Prestigediskussionen am Verhandlungsziel vorbeischrammen. Nur eine ergebnisorientierte Verhandlungstechnik alleine bringt Sie weiter. Dieses Buch wendet sich an Menschen, für die eine dauerhafte und für beide Seiten profitablen Zusammenarbeit wichtig ist. Basis dieser Zusammenarbeit ist es, dass in den vielfältigen Verhandlungen keiner sich als Verlierer empfindet oder gar über den Tisch gezogen fühlt. Denn eine Niederlage will gerächt sein!

Merkmale einer gelungenen Verhandlungsführung

Warum soll nur einer gewinnen?

In einer gelungenen Verhandlung gibt es keinen Gewinner und keinen Verlierer, so wie gerne bei einer oberflächlichen Betrachtung behauptet wird. Es soll ja keine Schlacht mit Siegern und Besiegten geschlagen werden, sondern ein Ergebnis erarbeitet, in der beide Verhandlungsparteien etwas geben und etwas bekommen. Wenn ein Verhandlungsteilnehmer sein Ergebnis als eine Niederlage empfindet, wird er alles daran setzen, diese Niederlage bei der nächsten Verhandlung wieder auszubügeln.

Er wird sich revanchieren wollen, denn eine Niederlage kann kaum einer auf sich sitzen lassen. Eine konstruktive Verhandlungsatmosphäre ist damit fast ausgeschlossen. Wem nützt das? Einer dauerhaften und ehrlichen Geschäftsverbindung auf keinem Fall!

Ideal ist es, wenn beide Verhandlungsfraktionen auch nach einer knüppelharten Verhandlung ein gutes Gefühl haben.

Sie haben sich nichts geschenkt, aber haben sich immer respektvoll behandelt und können sich am Ende gerne die Hand geben.

Die verborgenen Chancen

Bei jedem Interessenkonflikt gibt es, wenn man konstruktiv, geduldig und unvoreingenommen danach forscht, Lösungen, die für beide Konfliktparteien einen Nutzen bieten. Das ist nicht einfach, denn diese Lösungen finden sich in einer Verhandlung allerdings nur, wenn alle Teilnehmer die Verhandlung nicht als einen Schlagaustausch oder eine Profilierungsplattform betrachten und sich an ihren brillanten Argumenten berauschen.

Die angestrebten Win – Win – Ergebnisse kristallisieren sich nach und nach in den Momenten heraus, in dem alle Beteiligten ihr Handeln vorrangig als einen gemeinsamen Problemlösungsprozess betrachten.

Bei vielen harten Preisverhandlungen erleben wir eine Sieg – Niederlage – Situation. Der Verlierer ist oft der Verkäufer. Dabei gibt es für beide Seiten, Verkäufer und Kunde, ein Win-Win-Ergebnis, wenn der Verkäufer zum Beispiel etwas von seinen Preisen nachgegeben und der Kunde dafür als Entgegenkommen eine höhere Bestellmenge zugesagt hat. Beide Verhandlungspartner haben einmal ihr Gesicht gewahrt und beide haben etwas bekommen, das für sie einen Nutzen darstellt. Der Kunde hat einen Preisnachlass erzielt und der Verkäufer ein größere Auftragsvolumen als ursprünglich geplant. Damit ist eine gesunde Basis für künftige Geschäfte gegeben.

 

Handbuch Verkaufserfolg

Handbuch für den nachhaltiger Verkaufserfolg

Leseprobe

Terminvereinbarung mit Entscheidern

11 Tipps für den
erfolgreichen Telefonkontakt

Bei der Neukunden-Akquise ist der telefonisch vereinbarte Termin beim Entscheider von allen Möglichkeiten der Kontaktaufnahme die wirkungsvollste Aktivität.

Kaltbesuche, also Besuche ohne Terminvereinbarung, sind sicherlich aus sportlichem Ehrgeiz heraus eine Herausforderung – jeder Verkäufer sollte auch die Kunst eines Kaltbesuchs beherrschen.

Aber um Gesprächspartner zu akquirieren, die in der Hierarchie des Kunden auf der Entscheiderebene angesiedelt sind, bedarf es eines festen Termins.

Die Gefahr beim Kaltbesuch ist: Sie kommen nicht an den Entscheider heran, sondern müssen sich mit subalternen Gesprächspartnern abmühen, die wenig zu sagen haben.

Und es hebt nicht das Selbstwertgefühl, wie ein begossener Pudel im Empfang zu stehen und sich sagen zu lassen:
„Herr Schulze teilt mit, dass er keinen Bedarf hat.“

(Sprich: „Er hat keine Lust mit Ihnen zu reden.“)

Oder gar der „Klassiker“:

„Haben Sie mit Herrn Müller einen Termin?“

(„Sie unbedeutender Störenfried!“)

Warum dennoch viele Verkäufer ihr Heil im Kaltbesuch suchen und mit viel Aufwand und viel Frusterlebnissen ihr Dasein fristen, liegt daran, dass sie mit dem Medium Telefon nicht umgehen können.

Wenn Sie sich mit den 11 Tipps für einen erfolgreichen Telefonkontakt intensiv beschäftigen und in der Praxis ausprobieren, dann werden Sie recht schnell noch erfolgreicher in der Neukunden-Akquise.

Tipp Nr. 1:
Adressen selektieren

Woher bekommt man neue Adressen?

  • Handbuch der Großunternehmen, Handbuch der mittleren Unternehmen. Hier finden Sie die wichtigsten Ansprechpartner mit Titel und Funktion.

  • IHK-Verzeichnis, Branchenbuch, Telefonbuch.

  • Stellenanzeigen aus der Zeitung, Publikationen der einzelnen Verbände

  • Mit offenen Augen durch das Verkaufsgebiet fahren und auch einmal laufen. Haben Sie immer ein kleines Taschendiktiergerät dabei, um neue Adressen zu registrieren.

Selektieren Sie:

  • Welche Adressen sind vollständig mit Telefon-Nummer, Ansprechpartner, können sofort angegangen werden?

  • Welche Adressen müssen ergänzt werden. Wenn der Ansprechpartner unbekannt ist, rufen Sie die Zentrale an und fragen nach Namen und Zuständigkeit.

  • Wenn Sie den Namen wissen, aber nicht die Durchwahl, probieren Sie folgendes bei der Zentrale:
    „Können Sie mir bitte helfen? Mir ist im Moment die Durchwahl von Herrn Schulze entfallen, war das die 3211 oder 3225?“
    „Nein, Herr Schulze hat die 2567.“
    „Vielen Dank.“

Um Namen und Zuständigkeit zu ermitteln eignet sich der Kaltbesuch recht gut. Sie können sich direkt vor Ort umsehen und bekommen ein Gefühl für die erste Einschätzung. Am Empfang können Sie Ihren ganzen Charme einsetzen und Namen, Zuständigkeit und Durchwahl ihres potentiellen Kunden zu erfragen.

Je besser Sie vorinformiert sind, umso erfolgreicher wird Ihr Telefonkontakt.

Hüten Sie sich vor solchen Versuchen:

„Guten Tag, Firma Huber, Behrends. Wer ist in Ihrem Hause zuständig für…?“

„Das ist Herr Murks.“

„Können Sie mich bitte verbinden?“

„Um was geht es?“

Jetzt folgt meist ein Gestammel über Produktneuheiten usw., das die Dame an der Telefonzentrale überhaupt nicht interessiert.

Sie registriert nur eines: Wieder ein Vertreter!

„Herr Murks, hier ist ein Herr Behring oder so ähnlich, von einer Firma Huber. Soll ich durchstellen?“

„Wer…? Kenne ich nicht. Habe keine Zeit, keinen Bedarf“

„Herr Behring..?“

„Behrens ist mein Name.“

„Also, Herr Behrens, Herr Murks lässt ausrichten, dass derzeit kein Bedarf besteht.“

Schreibtischordnung:

  • Bei der Telefonakquise liegt auf Ihrem Schreibtisch nur: Ihr Kalender, Notizblock, Schreiber. Alles andere lenkt ab.

  • Legen Sie alle Vorgänge wie Reklamationen und ähnliche ablenkenden Dinge außer Sichtweite.

  • Hilfreich sind Notizen über Interessewecker, Ihre besten Argumente, motivierende Leitsätze wie:

Tue eine Sache und du wirst die Kraft dazu haben.

Tipp Nr. 2:
Ziel definieren

Wie lautet Ihr Ziel beim Telefonkontakt? Möchten Sie Ihr Angebot beschreiben oder wollen Sie selektieren ob der Kunde interessant ist?

Etliche Artikel lassen sich am Telefon verkaufen.

Artikel mit geringem oder keinem Erklärungsbedarf, hohem Bekanntheitsgrad und niedrigem Objektwert.

Erklärungsbedürftige Güter werden immer noch am wirkungsvollsten „Face-to-Face“ verkauft.

Vorausgesetzt Sie verkaufen keine Ramschware, brauchen Sie für Ihr Verkaufsgespräch einen Termin beim Entscheider.

Also lautet das Ziel des Telefonkontakts:

Einen Termin für ein persönliches Gespräch vereinbaren.

Nur im persönlichen Gespräch können Sie das Gesamtpotential Ihrer Person einbringen. Nur wenn Sie dem Kunden gegenübersitzen, können Sie etwas zeigen, anfassen lassen.

Nachdem Sie das Ziel des Anrufs definiert haben, bekommt Ihr Telefonat automatisch eine Struktur. Und die können Sie immer optimieren.

Tipp Nr. 3:
Mit der Stimme überzeugen

Sie kennen aus eigener Erfahrung, dass Ihnen ein Gesprächspartner am Telefon sympathisch erscheint, ohne dass Sie ihn kennen.

Wie überträgt sich Sympathie am Telefon?

  • 15% Sprachlicher Inhalt

  • 25% Artikulation, Wortwahl, Sprechgeschwindigkeit

  • 60% Klang, Melodie der Stimme

So bekommt Ihre Stimme die richtige Wirkung:

Sprechen Sie nicht zu schnell.

Selbstsichere Menschen nehmen sich Zeit für ihre Formulierungen. Unsichere Menschen versuchen den Text schnell hinter sich zu bringen.

Ein wie ein Maschinengewehr losratternder Verkäufer wird nicht nur missverstanden, er wirkt auch unglaubwürdig. Er will einem etwas aufschwatzen.

Versuchen Sie Ihr Sprechtempo auch dem Ihres Gesprächspartners anzupassen. Aber, wie gesagt, nicht zu schnell.

Artikulieren Sie deutlich und sorgfältig. Es spielt keine Rolle, ob Sie Dialekt haben, oder nicht. Entscheidend ist, dass der Kommunikationspartner Sie versteht. Nichts wirkt peinlicher, als wenn Menschen krampfhaft ihren Dialekt zu verbergen versuchen.

Sprechen Sie nicht zu leise. Das wirkt schüchtern und es gehen Informationen auf dem Übertragungsweg verloren.

Haben Sie keine Angst vor Pausen. Pausen suggerieren Selbstsicherheit.

Der Kommunikationspartner soll den Eindruck bekommen, dass Sie voll und ganz hinter Ihrer Sache stehen.

Pausen erleichtern außerdem die Informationsverarbeitung.

Pausen bringen zusätzliche Spannung im positiven Sinn in das Telefonat.

Modulieren Sie Ihre Stimme. Ein eintönig klingender Textbrei wirkt einschläfernd. Heben und senken Sie Ihre Stimme, wechseln Sie die Sprechgeschwindigkeit. Sprechen Sie zu Übungszwecken die Interpunktionen nach.

Am sympathischsten klingt Ihre Stimme, wenn Sie beispielsweise ein weinendes Kind trösten wollen.

Ihre Körperhaltung überträgt sich am Telefon, ebenso Ihre Laune und Ihre Stimmung.

Wenn Sie lächeln, bekommt Ihre Stimme einen weicheren, angenehmeren „Sound“.

Wenn Sie stehen, wirken Sie dynamischer. Wenn Sie im Sessel liegen, können Sie keinen dynamischen Neukontakt aufbauen. In dieser Haltung können Sie allenfalls Ihre Frau anrufen, um zu fragen, was es zum Abendessen gibt. Aber auch die wird nicht sonderlich erfreut sein.

Woher kommt das?

Im Stehen atmen Sie tiefer, Ihr Gehirn bekommt mehr Sauerstoff und Ihre Denkfähigkeit wird aktiviert. Ihre Stimme klingt voller und kräftiger.

Wenn Sie im Sessel liegen, atmen Sie flacher, Ihr Gehirn bekommt weniger Sauerstoff, Ihre Stimme klingt gepresst.

Unbewusst verhalten wir uns – je nachdem, wie wir angezogen sind – verschieden. Haben wir einen schicken, edlen Anzug an, wirkt unsere Sprache, Argumentation und Gestik automatisch seriöser und überzeugender, als wenn wir unrasiert und in wilder Freizeitkluft am Schreibtisch sitzen.

Sprechen Sie Ihren Kommunikationspartner öfter mit seinem Namen an.

Nichts hört der Mensch lieber, als seinen Namen.

Tipp Nr. 4:
Erst den Namen des Kunden aussprechen

Zunächst bewirkt Ihr Anruf beim Angerufenen nur eines: Er stört. Denn der Kunde sitzt nicht die ganze Zeit da und denkt, „jetzt könnte mal ein Verkäufer anrufen!“

Im Gegenteil: Durch die ständigen Verkäuferanrufe, meist unqualifiziert und unstrukturiert, wird er permanent aus seiner Arbeit gerissen.

Jeder Verkäufer „müllt“ ihn rhetorisch zu mit technischen Merkmalen, angeblichen Messeneuheiten und Wünschen nach „Kennen lernen“ usw.

Die Gefahr ist groß, dass der Kunde Ihren Namen, Ihre Firma und die ersten Sätze Ihres Telefonats überhört oder nur teilweise erfasst.

Machen Sie es geschickter:

  • Lassen Sie dem Kunden Zeit, sich auf Sie zu konzentrieren.

  • Nur bei voller Aufmerksamkeit des Kunden haben Sie die Chance, Ihre guten Argumente anzubringen.

  • Machen Sie den Kunden neugierig auf sich.

  • Bringen Sie Spannung rein.

Wie? Indem Sie so starten:

„Guten Tag Herr Murks.“ (4 Sekunden Pause)

Unbewusste Reaktion des Kunden: Wer ruft meinen Namen? Immer dann, wenn der Mensch seinen Namen hört, steigert sich seine Aufmerksamkeit.

“ Rainer Behrens von Huber Electronic.“ (3 Sekunden Pause)

Diese Zeit müssen Sie dem Kunden auch aus dem Grund einräumen, wenn er zurückgrüßen will. Machen Sie keine Pause, dann überkreuzen Sie sich, Sie fallen dem Kunden sonst ins Wort.

“ Ja bitte, Herr Behrens.“

Jetzt hat der Kunde Ihren Namen und Ihre Firma voll registriert.

Tipp Nr. 5:
Sich richtig vorstellen

Nicht: „Firma Hubenschwengel, Krämer..“

Sondern: „Horst Krämer, von der Firma Hubenschwingel.“ Drei Sekunden Pause – wie in Regel Nr. 4 beschrieben.

Warum?

Die meisten Verkäufer verschenken ihren Namen, weil Sie ihn zu schnell und zu undeutlich formulieren. Ein Verschenken des Namens wirkt aber nicht selbstsicher.

Und einen selbstsicheren Eindruck müssen Sie vom Anfang an vermitteln, damit der Entscheider nicht denkt, Sie wären unwichtig.

Durch die Nennung Ihres kompletten Namens suggerieren Sie Sicherheit und geben dem Kunden außerdem die Chance, Ihren Namen und Ihre Firma komplett zu erfassen.

Haben Sie keine Scheu, Ihren Vornamen mit zu nennen. Das gibt dem Telefonkontakt etwas Frisches und Spritziges.

Wie auch im Verkaufsgespräch, gilt für den Telefonkontakt:

Als erstes müssen Sie Ihre Person verkaufen, bevor der Kunde gewillt ist, Ihre Sachinformation anzuhören.

Um sich selbst zu verkaufen stehen Ihnen am Telefon nur Ihre Stimme und Ihre Sprache zur Verfügung.

Bei der Bildung des ersten Eindrucks sammelt unser Gehirn blitzschnell alle Informationen wie:

  • Sprache

  • Stimme

  • Kleidung

  • Aussehen

  • Gestik

  • Körpersprache

Die gesammelten Daten werden dann mit den in unserem Leben gespeicherten Erfahrungen verglichen und schon ist er fertig: der erste Eindruck.

Um unseren ersten Eindruck zu bilden, benötigen wir nicht mehr als zehn bis fünfzehn Sekunden.

Nicht immer ist der erste Eindruck richtig, aber der Mensch handelt zunächst einmal danach.

Wenn Sie am Telefon einen unsicheren oder geschwätzigen Eindruck vermitteln, dann kommt Ihre Botschaft, das Geschäftsführerthema, nicht an.

Warum ist der gute Klang Ihrer Stimme am Telefon Entscheidend dafür, dass Sie Erfolg haben?

Im persönlichen Gespräch bringen Sie folgendes ein:

  • Ihr Aussehen

  • Ihr Auftreten

  • Ihre Persönlichkeit

  • Ihre Freundlichkeit

  • Ihr Lächeln

Am Telefon müssen Sie all diese Attribute mit Ihrer Stimme und Ihrer Sprache ersetzen! Und nichts ist für den Kunden leichter, als das Gespräch zu beenden indem er einfach auflegt.

Tipp Nr. 6:
Grund des Anrufs als Interessewecker

Kommen Sie am Telefon schnell zur Sache. Labern Sie nicht aus Angst vor dem Nein des Kunden herum.

Ein Anruf stört zunächst einmal. Der Angerufene wird aus seiner Arbeit gerissen. Wenn sein Kunde am Apparat ist und einen erfreulichen Anlass bietet (Auftrag), dann ist die Störung willkommen.

Beim vierten Verkäufer, der an dem morgen anruft sieht das Ganze schon anders aus. Dieser wird als zeitraubender Störenfried angesehen und zum Teil auch entsprechend unfreundlich abgewiesen, wenn er nicht auf den Punkt kommt und in kurzen, prägnanten Worten einen Nutzen für den Angerufenen aufzeigen kann.

Der Kommunikationspartner ist Ihnen dankbar, wenn er sofort weiß, um was es geht, warum Sie ihn anrufen. Um einen Entscheider zu interessieren, müssen Sie sich zunächst in seine Situation hinein zu denken versuchen.

Das gehört zur Gesprächsvorbereitung.

Was hat Ihnen in den Gesprächen mit hochrangigen Entscheidern in Ihrer bisherigen Laufbahn weiter geholfen? Worauf haben Entscheider spürbar positiv reagiert?

Wenn Sie der Geschäftsführer eines Unternehmens wären, womit würden Sie sich besonders befassen, auf was würden Sie gesteigerten Wert legen?

Beantworten Sie bitte diese Fragen:

  • Was interessiert einen Entscheider?

  • Womit beschäftigt er sich primär?

  • Was bewegt ihn besonders?

  • Was sind Geschäftsführerthemen?

  • Was kann er nicht mehr hören?

Beispielsweise interessiert einen Entscheider:

  • Wie kann ich Kosten sparen?

  • Wie kann ich wirtschaftlicher arbeiten?

  • Wie kann ich die Arbeitsbedingungen für meine Mitarbeiter so verbessern, dass sie sich wohler fühlen und dadurch engagierter mitarbeiten?

  • Wie kann ich die Fehlerquote reduzieren?

  • Wie kann ich das Image meines Unternehmens noch mehr verbessern?

  • Wie kann ich den organisatorischen Ablauf verbessern?

  • Wie kann ich mich noch besser vom Wettbewerb abheben?

Beispiele für eine Gesprächseröffnung:

Der Verkäufer ist Franz Gerster, tätig bei einem Anbieter von Telekommunikationslösungen.

Beim Kunden handelt es sich um Herrn Frank, kaufmännischer Geschäftsführer einer großen Spedition.

(Das Telefon klingelt beim Kunden – er nimmt ab)

Kunde: „Frank.“

Verkäufer: „Guten Tag, Herr Frank, Franz Gerster von Sigma Telecom.“

Kunde: „Ja, guten Tag.“

Verkäufer: „Herr Frank, ich rufe Sie aus folgendem Grund an: Sigma Telecom hat speziell für Speditionen eine Lösung entwickelt, die die Erreichbarkeit für Ihre Kunden noch mehr erhöht. Darum bitte ich Sie um einen Gesprächstermin.“

Oder:

Verkäufer: „Herr Frank, warum ich Sie gerade jetzt anrufe: Ich bitte Sie um einen Gesprächstermin.“

Kunde: „Worum geht es denn?“

Verkäufer: „Sigma Telecom hat speziell für Speditionen eine Lösung entwickelt, die die Erreichbarkeit für Ihre Kunden noch mehr erhöht.“

Oder:

Verkäufer: „Herr Frank, viele Speditionen machen sich immer mehr Gedanken darüber, wie die Erreichbarkeit für die Kunden noch mehr verbessert werden kann. Ich bitte Sie um einen Gesprächstermin, um Ihnen Lösungsmöglichkeiten zu diesem Thema anzubieten.“

Tipp Nr. 7:
Kein Verkaufsgespräch am Telefon!

Um eine Lösung wirkungsvoll zu verkaufen, genügt nicht nur Ihre Sprache und Stimme. Sie haben in einem persönlichen Gespräch immer größere Chancen als am Telefon. Im persönlichen Gespräch können Sie Beweise vorlegen, Gegenstände anfassen lassen, Dinge zeigen. Die Gesamtheit aus Sprache und Körpersprache überzeugt mehr.

Bei der rein mündlichen Informationsübertragung ist der

Informationsverlust enorm. Bereits nach 2 Tagen kann die nur gehörte Information um 50% gelöscht sein.

Nichts fällt einem Kunden leichter, als am Telefon abzulehnen. Er braucht nur aufzulegen.

Konzentrieren Sie sich am Telefon auf Ihr Ziel: Termin vereinbaren und neugierig machen.

Gelingt Ihnen das, dann haben Sie die erste wichtige Stufe des Verkaufszyklus erfolgreich erreicht.

Geben Sie dem Kunden in erster Linie nur Nutzenargumente als Interessewecker, ohne die Katze ganz aus dem Sack zu lassen.

Hüten Sie sich vor Beschreibungen von komplexen Abläufen oder technischen Eigenschaften. Damit ist das Kommunikationsmedium Telefon überfordert.

Der einzige Effekt, den Sie erzielen ist, dass der Kunde nicht das versteht, was Sie rüberbringen wollten und ablehnt: „Ach das meinen Sie, das ist für uns nicht interessant.“

Tipp Nr. 8:
Frage nach Termin in Alternativtechnik

Fragen Sie nicht so nach einem Termin:

“ Herr Kunde, wann hätten Sie mal Zeit?“

“ Am liebsten gar nicht, Herr Verkäufer“

Auch nicht so:

“ Passt es Ihnen am Mittwoch?“

“ Nein, bin am Mittwoch außer Haus.“

Und ganz schlimm ist:

“ Hätten Sie eventuell Zeit?“

Der geschickte Verkäufer formuliert seine Fragen in Alternativtechnik:

„Herr Frank, was halten Sie vom Dienstag 9.30 Uhr, oder ist es Ihnen am Nachmittag ab 15 Uhr lieber?“

Die Chance, dass der Kunde Nein sagt, ist bei der Alternativtechnik 50 % kleiner. Der Kunde beschäftigt sich nicht mit Termin oder Nicht-Termin, sondern mit Vormittag oder Nachmittag.

Ihre Erfolgsaussichten, einen Termin zu bekommen, sind immer größer, wenn Sie Vorschläge machen. Wer fragt, der führt.

Weitere Beispiele:

“ Herr Frank, welcher Termin sagt Ihnen mehr zu: Dienstag oder Donnerstag, jeweils um 15 Uhr?“

„Herr Frank, am Mittwoch bin ich bei der Firma Müller, das ist 20 Minuten von Ihnen entfernt. Ich könnte um 11 Uhr bei Ihnen sein, oder dann wieder am Donnerstag, am späten Nachmittag. Was passt Ihnen besser?“

Aber nicht so:

„Ich bin am Mittwoch ohnehin in Ihrer Nähe, dann könnte ich eventuell mal kurz bei Ihnen vorbeischauen.“ Mit dieser Formulierung dürfen Sie nicht einmal den Hausgärtner akquirieren!

Wenn der Kunde keinen Ihrer Alternativtermine akzeptiert, dann sollten Sie nach zwei Versuchen den Spieß herumdrehen und ihn fragen:

“ Herr Frank, schlagen Sie bitte einen Termin vor.“

Tipp Nr. 9:
Krumme Uhrzeiten vorschlagen

Alle Verkäufer des Marktes wollen um 10 Uhr und um 14 Uhr einen Termin haben. Wenn Sie das gleiche anstreben, sind Sie ein Gleicher unter Gleichen und damit für den Entscheider nicht interessant.

Warum werden die meisten Terminvorschläge für den Vormittag platziert?

Gute Verkäufer wissen, dass der Vormittag auch für den Kunden die aktivste Zeit ist und er meist terminlich voll ausgefüllt ist.

Sie schlagen deswegen ja auch Uhrzeiten vor: Am frühen Morgen, am späten Nachmittag. Und wer sagt denn, dass der Kunde zwischen 12 und 14 Uhr mit seiner Mittagspause voll ausgefüllt ist?

Die Termine zu vollen Uhrzeiten sind ständig belegt. Verhandlungen, Besprechungen, Mitarbeitergespräche werden in der Regel zu vollen Uhrzeiten angesetzt.

Jetzt kommen auch noch Sie und wollen einen Besprechungstermin. Die Chance, einen freien „Slot“ zu finden ist eher gering.

Planen Sie Ihre Termine flexibler. Wenn Ihr Gesprächspartner um 10 Uhr eine Besprechung hat, ist er vielleicht um 10.45 Uhr wieder frei.

Scheuen Sie sich nicht, zu krummen Zeiten einen Termin vorzuschlagen: 9.30 Uhr, 11.45 Uhr, 14.15 Uhr.

Krumme Uhrzeiten haben noch einen zusätzlichen positiven Effekt: Der Kunde hat das Gefühl, dass Sie sich als Verkäufer exakt planen, sich auf das wesentliche konzentrieren und ihm damit nicht die Zeit stehlen.

Er denkt beispielsweise bei einem Termin 9.30 Uhr im

Halbstunden-Rhythmus, bei einem 9 Uhr Termin im Stundenrhythmus.

Sie haben also größere Chancen, beim Entscheider mit krummen Uhrzeiten einen Termin zu bekommen.

Tipp Nr. 10:
Termin sichern

Am Anfang des Telefonats hört der Gesprächspartner Ihren Namen. Während des Telefonats erwähnen Sie als guter Verkäufer öfter den Namen Ihres Gesprächspartners. Sie wissen aber nicht, ob er im Laufe des Gesprächs Ihren Namen wieder vergessen hat. Wie schnell vergisst man Namen!

Wenn es Ihnen gelungen ist, einen Termin beim Entscheider zu bekommen, dann wissen Sie immer noch nicht:

  • Hat er den Termin auch notiert?

  • Hat er Ihren Namen und Ihre Firma richtig registriert?

Kennen Sie diese Situation?

Sie haben vor einer Woche einen Termin vereinbart. Die Fahrzeit zum Kunden beträgt 60 Minuten, inklusive Stau. Frisch motiviert melden Sie sich am Empfang an:

„Guten Tag, ich bin Frank Schulze von der Firma Kornbichler. Ich habe einen Termin bei Herrn Meier.“

“ Einen Moment bitte. Herr Meier, hier ist ein Herr Schulze für Sie.“

…….Schweigen…..

“ Ja, …., aha,….ich gebe Ihnen Herrn Schulze einmal…Herr Schulze, kommen Sie bitte mal, Herr Meier….“

„Guten Tag Herr Meier, Schulze von Kornbichler, wir haben für heute einen Termin vereinbart.“

„Für heute? Hier ist nichts eingetragen…. Firma Kornbichler? …Ah, jetzt! Oh, Herr Schulze, da ist was schief gelaufen, tut mir leid. Ich muss gleich in ein Meeting. Wir sollten noch mal telefonieren.“

Wunderbar! Was ist passiert?

Sie haben bei der Terminvereinbarung am Schluss vergessen, Ihren Namen und Ihre Firma nochmals zu nennen und dem Kunden somit die Gelegenheit zu geben, den Termin wirklich zu verbuchen. Es genügt nicht, wenn der Kunde sagt: “ Ja ist in Ordnung, kommen Sie dann.“

So sichern Sie den Termin:

„Herr Meier, ich notiere mir jetzt: 23.1.97 um 9.30 Uhr. Nochmals zu Ihrer Erinnerung: Mein Name ist Frank Schulze von der Firma Kornbichler. Herr Meier, ich freue mich auf unser Gespräch. Auf Wiederhören.“

Wenn zwischen Ihrem Telefonkontakt und dem Termin ein Abstand ab 2 Wochen liegt, dann schicken Sie dem Kunden einen kurzen Dreizeiler als Terminbestätigung.

Tipp Nr. 11:
Die drei Bausteine der Einwandbehandlung einsetzen.

Am Telefon haben Sie nicht viel Zeit, über die Ihnen servierten Einwände nachzudenken und nach Methoden der Einwandbehandlung zu suchen.

Es ist für Sie leichter, drei wirksame Methoden zu beherrschen, mit denen die meisten Einwände aus dem Weg geräumt werden können.

Es gibt Einwände und es gibt Vorwände!

Vorwände dienen dazu, Sie abzuwimmeln. Vorwände kommen dann, wenn der Gesprächspartner keine Lust hat, sich mit dem Thema zu befassen.

Dahinter verbergen sich in den häufigsten Fällen Vorwände:

  • Zurzeit kein Bedarf.“

  • Keine Zeit.“

  • Kein Geld.“

  • Kommt für uns nicht in Frage.“

  • Zurzeit haben andere Projekte Priorität.“

  • Herr Meier ist im Moment sehr beschäftigt.“

  • Schicken Sie uns Unterlagen. Bei Interesse kommen wir auf Sie zu.“

Einwände unterscheiden sich von Vorwänden, indem sie für Sie rational nachvollziehbar sind.

Natürlich sind hier die Grenzen fließend. „Keine Zeit“ kann durchaus ein Einwand sein, erfahrungsgemäß ist es aber eher eine Abwimmelmethode.

Einwände könnten sein:

  • Haben vor 2 Monaten eine neue Anlage gekauft.“

  • Wir sind gerade in der Messevorbereitung, darum keine Zeit.“

  • Wir haben Investitionsstop wegen Kurzarbeit.“

  • Die Entscheidung über Anschaffungen werden nicht hier, sondern in der Zentrale getroffen.“

So funktioniert die Bumerang-Methode:

„Ich habe keine Zeit!“

„Herr Schulze, gerade deshalb bitte Ich Sie um einen

Besprechungstermin. Denn ich möchte Ihnen Möglichkeiten aufzeigen, wie Sie in Zukunft noch mehr Zeit einsparen können.“

“ Wir fahren einen strikten Sparkurs.“

„Das trifft sich gut Herr Meier, denn gerade zum Thema Kosten sparen möchte ich Ihnen einige Modelle vorstellen.“

So funktioniert die Festlegungsmethode:

„Es ist im Moment ungünstig, wir müssen sparen.“

„Herr Meier, das bedeutet also: Sie geben mir nur dann einen Termin, wenn ich Ihnen in unserem Gespräch Möglichkeiten aufzeige, wie Sie zusätzlich Kosten sparen können.“

„Das kommt für uns nicht in Frage, das ist zu teuer.“

„Herr Meier, das heißt: Sie geben mir dann einen Termin, wenn ich Ihnen eine Lösung aufzeigen kann, die in Ihren Investitionsrahmen passt.“

“ Wir haben dafür keinen Platz.“

“ Herr Meier, das bedeutet also: Sie geben mir dann einen Termin, wenn ich Ihnen Beispiele zeige, wie unser Gerät auch in beengten Räumlichkeiten installiert werden kann.“

So funktioniert die bedingte Zustimmung:

Die bedingte Zustimmung signalisiert dem Kunden:

  • Ich verstehe Deine Meinung.

  • Ich respektiere Deinen Standpunkt.

Dadurch entspannt sich das Gespräch und Einwände verlieren an Aggressivität. Das bedeutet aber nicht unbedingt, dass Sie dem Kunden in der Sache Recht geben.

„In der jetzigen Phase ist über eine Neuanschaffung überhaupt nicht zu denken. Es gilt nur eines: SPAREN, SPAREN, SPAREN!“

„Herr Meier, das gebe ich Ihnen Recht. Das sehe ich genau so. Gerade deswegen bitte ich Sie um einen Termin, denn ich möchte Ihnen zeigen, wie Sie noch mehr Kosten sparen können.“

Die bedingte Zustimmung lässt sich wunderbar mit den beiden anderen Methoden kombinieren.

Wie kommen Sie am Vorzimmer vorbei?

Dies ist halb so problematisch wie es immer dargestellt wird. Die Sekretärin ist ja kein monströses Wesen vom anderen Stern.

Sie reagiert nur genauso, wie jeder andere Kommunikationspartner am Telefon, indem sie selektiert:

  • Ist der Anrufende wichtig oder unwichtig?

  • Wie klingt er?

  • Wie wirkt er?

Auch hier ist der emotionale Aspekt entscheidend, wie in Regel Nr. 3 beschrieben.

Hüten Sie sich davor, die Sekretärin zu überrollen: „Es geht um eine persönliche Angelegenheit mit Herrn Meier.“

Welche Funktion hat die Sekretärin am Telefon?

  • Sie selektiert wichtige von unwichtigen Anrufern.

  • Sie prüft, ob dies überhaupt ein Thema für den Chef ist.

  • Sie schirmt den Chef vor Zeitfressern ab.

  • Sie koordiniert Termine.

Alle Regeln, die Sie bisher gelernt haben, nützen Ihnen auch in der Kommunikation mit der Sekretärin:

  • Klingen Sie wichtig und selbstbewusst.

  • Nennen Sie die Dame beim Namen.

  • Behandeln Sie sie charmant und höflich. Aber niemals untertänig.

  • Reden Sie mit ihr so, als wenn Sie auf der gleichen Ebene wie ihr Chef stehen:
    „Frau Berger, bitte verbinden Sie mich mit Herrn Meier.“

  • Erzählen Sie keinen technischen Schnickschnack am Telefon. Sprechen Sie von Terminen und Nutzen:
    “ Worum geht es?“
    „Frau Berger, es geht um einen Gesprächstermin mit Herrn Meier. Ich möchte Herrn Meier eine ganz bestimmte Lösung vorstellen, die für ihn als Geschäftsführer gerade jetzt wichtig ist. Frau Berger, führen Sie den Terminkalender von Herrn Meier?“

Sie haben nun die wichtigsten Regeln für einen erfolgreichen Telefonkontakt mit Entscheidern gelernt.

Gelernt bedeutet aber noch lange nicht, dass Sie die Regeln in der täglichen Praxis auch richtig anwenden. Deshalb ist das Telefonieren in der Praxis die beste Übung.

Trauen Sie sich! Haben Sie keine Angst vor Absagen. Nehmen Sie Absagen als etwas Selbstverständliches hin

Der gelernte Leitfaden bedeutet nicht, dass Sie Texte auswendig lernen und am Telefon nachplappern.

Sie erzielen dann die größte Wirkung, wenn der Leitfaden in Fleisch und Blut übergegangen ist und Sie mit eigenen Worten und mit Ihrer eigenen persönlichen Art agieren.

Tue eine Sache und du wirst die Kraft dazu haben!

Selbstbild verändern

Das Selbstbild ist veränderbar

Die gute Nachricht: Wir können unser Selbstbild verändern. Unser Selbstbild hat sich zwar im Laufe unseres Lebens gebildet, ist aber nicht ganz verfestigt. Wir sind in der Lage, aus eigener Kraft unser Selbstbild zu verändern. Das braucht allerdings viel Zeit und Konsequenz. Das, was sich über Jahrzehnte aufgebaut hat, lässt sich nicht so einfach wegfegen.

Einige Prägungen, die noch aus unserer Kinderzeit stammen, kriegen wir nie mehr weg. Aber in der Summe lohnt es sich, an unserem Selbstbild kontinuierlich zu arbeiten. Denn wenn wir unser Selbstbild nicht beeinflussen, tun es andere!

Selbstachtung ist die Basis

Für ein positives Selbstbild brauchen wir Selbstachtung:

  • Wir wissen, was wir können, wir wissen, was wir nicht können.
  • Wir sind großmütig mit uns und verzeihen auch Fehler.
  • Wir sprechen positiv zu uns.
  • Wir setzen uns realistische Ziele und belohnen uns, wenn wir sie erreichen.

Aussendienst und Innendienst müssen noch besser zusammenarbeiten

Der passende Workshop

Erläuterung zu den einzelnen Themen der Agenda des Workshops: Zusammenarbeit Aussendienst – Innendienst

Die Gruppe sollte nicht mehr als 9 Teilnehmer haben. Diese kommen aus unterschiedlichen Abteilungen und unterschiedlichen Hierachie-Ebenen.

Dauer des Workshops: 1 Tag p. Gruppe.

Themen

  • Lösung komplexer Aufgaben und harter Herausforderungen sind heute nur gemeinsam möglich.

    Zu diesem Thema erhalten die Teilnehmer Beispiele aus der Praxis, die deutlich machen, welchen positiven Nutzen Teamwork hat. Gemeinsam werden Beispiele aus der Praxis erarbeitet.

  • Wie funktionieren Teams? Gruppendynamik, Rollenverteilung, Meinungsbildner, Störer.

    Die Teilnehmer lernen die Gesetze der Gruppendynamik kennen, um noch besser zu verstehen, wie eine Gruppe, ein Team funktioniert (Vormacher, Nachmacher, Alpha- und Gamma-Mitglieder, Vielredner, Schweiger)

  • Welche Verhaltensweisen und Vorurteile belasten die Zusammenarbeit zwischen unterschiedlichen Abteilungen.

    In Kleingruppenarbeiten werden die Hemmnisse der Zusammenarbeit erarbeitet.

  • Wie erlebe ich mich als Individuum, wie wirke ich auf andere. Analyse des Kommunikationsverhaltens.

    Die Teilnehmer lernen, ihr eigenes Kommunikationsverhalten zu optimieren.

  • Ziele und Nutzen einer harmonischen Zusammenarbeit

    In Kleingruppen werden Lösungswege zur Verbesserung der abteilungsübergreifenden Zusammenarbeit erarbeitet

  • Umgang mit unterschiedlichen Standpunkten und Sichtweisen

    Die Teilnehmer lernen durch Übungen, auch bei konträren Standpunkten sachlich und ohne Angriffe zu kommunizieren

Was macht gute Verkäufer aus?

Wunschdenken vernebelt die Sicht

So wie Tante Berta sich einen guten Verkäufer vorstellt, geht an der Realität voll vorbei. Verkäufer sind sehr unterschiedlich. Es gibt nicht „die Methode“ zum Verkaufserfolg! Die Methoden, die bei dem einen klappen, gehen beim nächsten Kollegen in die Hose. Dennoch treffen wir heute noch auf eine mehr oberflächliche Betrachtungsweise, was Erfolgsfaktoren für Verkäufer sind.

Viele Personalverantwortliche und Personalentwickler haben eine idealisierte Vorstellung von Verkäufern, die mit der realen Wirklichkeit nur wenig gemeinsam hat. Das dokumentiert sich in den Texten vieler Stellenausschreibungen und internen Anforderungsprofilen.

Hier werden Anforderungen definiert, die sich schön lesen, aber von einer Person in dieser Vielfalt nicht realisiert werden können.

  1. Verkäufer, die sehr teamorientiert sind, und mit den modernsten Medien der IT vertraut sind, können gravierende verkäuferische Schwächen, vor allem im Abschluss von Projekten, haben. Sie neigen dazu, Kunden zu Tode zu informieren.
  2. Abschlussstarke Verkäufer können Schwächen in der adminisistration und Betreuung haben.
  3. Sorgfältige und administrativ korrekte Kollegen scheuen sich vor der Neuakquise. Sie arbeiten reaktiv. Reagieren nur auf Anfragen.

Erfolgreich sind die Vormacher

Erfahrungsgemäß sind nur 20% der Mitarbeiter einer Vertriebsorganisation so genannte Starkleister und dauerhaft erfolgreicher als ihre Kollegen. Ihre Ergebnisse liegen jedes Jahr über ihrer Vorgabe. Sie sind die Vormacher, die restliche Mehrheit rekrutiert sich aus Nachmachern. Daran ist nichts zu ändern. Es ist aber die Aufgabe des Managers, die restlichen 80% der Mitarbeiter auch auf ein ordentlichen Leistungslevel zu bringen.

Darum ist Resilienz für das Berufsleben wichtig

Diesen Nutzen bringt  uns Resilienz im Berufsleben

Resilienz ist eine Art des seelischen Immunsystems. Damit können wir Krisen und schwierige Situationen besser meistern. Stress und Belastung können resiliente Menschen leichter bewältigen.

Das Gute dabei ist, wir können Resilienz trainieren.

Wenn Sie etwas aus eigener Kraft nicht verändern können, dann akzeptieren Sie es einfach. Es macht keinen Sinn, immer wieder dagegen anzurennen. Fragen sie sich besser, welchen Nutzen Sie haben, wenn Sie etwas akzeptieren.

Überprüfen Sie Ihre Glaubenssätze und entsorgen Sie die negativen Glaubenssätze. Trainieren Sie eine optimistische Einstellung.

Es ist alleine Ihre Entscheidung, welche Glaubenssätze Sie akzeptieren wollen.

Achten Sie bewusster auf Ihre positiven Emotionen. Was war heute alles positiv?

Resiliente Menschen schätzen ihre eigene Person stärker ein. Sie wissen von sich auch besser als andere, was sie besonders gut können.

Gehen Sie respektvoll und höflich mit anderen Menschen um. Von der Investition in andere profitieren Sie in den meisten Fällen.

Das unterstützt uns auf dem Weg zur Resilienz

  1. Wir hören wieder mehr auf die Signale unseres Körpers. Ohne die geistige und körperliche Gesundheit gibt es keine Resilienz!
  2. Ziele setzen, die anspruchsvoll aber realisierbar sind.
  3. Scheitern ist keine Niederlage. Auch kein Makel. Im Scheitern steckt immer der Kern für einen positiven Neustart. Es sind schon berühmte und erfolgreiche Persönlichkeiten gescheitert. Und sie sind wieder aufgestanden!
  4. „Verloren hat nur der, der aufgibt!“
  5. Handeln statt abwarten. Wir sind aktiv. Wir sind für die Ereignisse selbst verantwortlich (Gesetz von Ursache und Wirkung).
  6. Gute Verkäufer und Manager packen nur die Probleme an, die sie aus eigener Kraft auch lösen können. Alles andere ist Zeitverschwendung!

„Ganz gleich, wie beschwerlich das Gestern war, stets kannst du im Heute von neuem beginnen‘‘

Buddha

 

 

Visuelle Unterstützung bei der Präsentation

So wird bei einer Präsentation die Information aufgenommen

Am intensivsten nehmen wir die Informationen auf, die wir sehen. Das macht stolze 75% der Aufnahmefähigkeit aus.

Darum sollen wir bei unseren Präsentationen immer daran denken, wichtige Inhalte visuell darzustellen.

Es muss nicht zwingend das perfekte Foto sein. Auch nicht die perfekte Zeichnung, dargestellt per Powerpoint. Interessant ist, was gewiefte Taktiker herausgefunden haben: Eine handschriftliche Skizze auf dem Flipchart (auch wenn sie nicht so schön und perfekt aussieht) hat eine hohe Wirkung auf die Aufnahmebereitschaft der Zuhörer.

Vor allem dann, wenn die Zuhörer bei der Entstehung der Skizze mit einbezogen werden. sie sind dann in der Lage, den Gedankengang von der Entstehung bis zu dem Ergebnis nachvollziehen zu können.

An zweiter Stelle kommt das Hören mit 15%. Das ist schon so viel weniger, dass wir uns immer Gedanken machen sollten, wie wir durch Visualisierungen in jeder Gesprächssituation unsere Inhalte nachhaltiger kommunizieren.

Es ist erschreckend, wie oft wir uns darauf verlassen, dass das nur gesprochene Wort, der Sachinhalt, auch wirklich ein zu eins bei dem Empfänger ankommt. Ein fataler Irrtum.